Börsenpsychologie: Sozialer Druck beim Trading

Bestimmte Faktoren wirken sich auf die eigene Trading-Strategie aus. Einer davon ist der soziale Druck. Doch was versteht man eigentlich unter sozialem Druck beim Trading? Und auf welche Weise kann er Handelsentscheidungen beeinflussen?

Im folgenden Text erklären wir, was es damit auf sich hat, wie sich sozialer Druck bemerkbar macht und wie man verhindern kann, dass er sich negativ auf den Trading-Erfolg auswirkt.

Was bedeutet sozialer Druck und welche Rolle spielt er bei Handelsentscheidungen?

Beim sozialen Druck handelt es sich um externe Einflüsse, die wiederum die Psychologie des Traders dirigieren können. Dadurch kann ein Leistungsdruck entstehen, der dazu führen kann, dass sich Trader gezwungen fühlen, mehr Risiko als nötig einzugehen. Beispielsweise setzen Freunde auf günstige Aktien, berichten von Erfolgen – die man selbst auch haben möchte.

Externe Faktoren und ihr Einfluss auf das Tradingverhalten

Die nächsten Abschnitte zeigen, welche externen Faktoren dazu gehören und welche Rolle sie genau spielen:

Konkurrenz beim Trading

Wettbewerb oder Konkurrenz sind in vielen Bereichen vorhanden – auch beim Trading. Dadurch entsteht der Druck, besser als der Konkurrent zu sein – zum Beispiel, indem man mehr Gewinne erzielt als ein anderer Trader.

Dieser Druck ist jedoch oft unnötig und in gewisser Weise „hausgemacht“. Das Konkurrenzdenken kann dazu führen, dass mitunter impulsive Entscheidungen getroffen werden, um einen Mitbewerber auszustechen. Wer ein Einsteiger beim Aktien Handel ist, und von Erfolgen anderer beim Copy Trading hört, der steigt mit fehlendem Wissen in dieses Genre ein.

Nicht selten werden dabei gute Vorsätze und die eigenen Trading-Strategien über Bord geworfen, was sich letztlich zum Bumerang entwickeln kann. Auch in vermeintlichen Konkurrenzsituationen und im Wettbewerb sollte man sich diszipliniert verhalten und nicht um jeden Preis gewinnen wollen.

Nachrichten beim Trading

Eine weitere Drucksituation kann durch Nachrichten entstehen. Denn manchmal können News das Handelsverhalten beeinflussen, indem sie zu Entscheidungen führen, die ohne die jeweilige Meldung anders ausgefallen wären.

Von daher ist es für Trader besonders wichtig, die Nachrichten richtig einordnen zu können, um nicht einigen Verhaltensverzerrungen beim Trading wie etwa Bestätigungsfehlern oder der Verfügbarkeitsverzerrung zu unterliegen.

Gerüchte beim Trading

Gerüchte können die eigene Trading-Strategie in die falschen Bahnen lenken. Sie verleiten Trader zu Fehlern, die sich letztlich negativ auf das Ergebnis auswirken können.

Gerüchte führen dazu, dass Eigenschaften wie Gier oder Angst die Oberhand gewinnen, bevor die aufgekommenen Vermutungen überhaupt verifiziert wurden. Übereifrige Verkäufe können auf diese Art und Weise zustandekommen. Gerüchte führen immer wieder zu einem Bullrun.

Wichtig ist daher, die Quelle der Gerüchte zu kennen und die verbreiteten Informationen zu überprüfen, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Herdenverhalten beim Trading

Herdenverhalten ist „menschlich“. Deshalb kommt es auch beim Traden vor, dass man anderen Anlegern bei ihren Entscheidungen folgt, ohne sich an die eigenen Pläne und Analysen zu halten. Durch das Herdenverhalten entsteht der Druck, in der Menge „mitzuschwimmen“.

In der Wirtschaft gibt es einige Beispiele in Sachen Herdenverhalten, bei denen die Investoren am Ende herbe Verluste einfahren mussten.

Vor allem in den Hochzeiten der IT-Branche in den 1990er Jahren war dies der Fall. Auch damals unterlagen viele Trader dem Herdenverhalten, um ihre Chance auf das ganz große Geschäft nicht zu verpassen.

Negative Auswirkungen von sozialem Druck beim Trading vermeiden

Wie in den vorangegangenen Abschnitten erläutert, kann sich sozialer Druck häufig negativ auf das Trading auswirken. Doch was kann man als Trader tun, um diesen Teil der Börsenpsychologie nicht zum Nachteil werden zu lassen?

Beim Konkurrenzdenken geht es vor allem um Geduld und Disziplin. Der Wettbewerb an sich ist nichts Ungewöhnliches. Allerdings dürfen sich die Trader nicht dazu verleiten lassen, im Angesicht des Wettbewerbs ungeduldig zu werden und so falsche Entscheidungen zu treffen, nur um den Konkurrenten zu übertrumpfen.

Wichtig ist daher, sich an die eigenen, vorher festgelegten Trading-Strategien zu halten und nur dann von diesen abzuweichen, wenn es gar nicht anders geht. Das gilt insbesondere für das Risikomanagement.

Ähnlich verhält es sich bei den Nachrichten. Auch diese können – wenn sie ungefiltert und unverifiziert übernommen werden, für Drucksituationen sorgen. Entscheidend ist hierbei eine gute Streuung von vertrauenswürdigen Quellen.

Verlässt man sich nur auf eine, kann dies den Blickwinkel auf die Marktsituation begrenzen. Es schadet daher nicht, Quellen aufzutun, die den Markt aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Seriöse Quellen sind unabdingbar, wenn man nicht in die Falle der Gerüchteküche tappen will. Denn auch Gerüchte können dazu führen, dass Trader unbedachte Entscheidungen treffen, die sich am Ende negativ auf das eigene Handelsverhalten auswirken.

Alle Informationen sollten mithilfe von zuverlässigen Quellen zunächst verifiziert werden. So gibt es eine Vielzahl von CFD Brokern, die eigene Daten und Analysecharts bereitstellen. Zudem bieten manche sogar die Nutzung des MetaTrader 4 an, mit dem sich eigene Analyseoptionen bieten.

Und bis dahin heißt es: Ruhe bewahren, auch wenn es gerade in der heutigen Zeit so gut wie unmöglich ist, mit sogenannten Fake News zu kämpfen.

Gelassenheit ist auch der Trumpf, wenn es um Herdenverhalten geht. Eine Position muss nicht unbedingt sinnvoll sein, nur weil andere Trader nach einem bestimmten Schema handeln. Wichtig ist hierbei, dem Druck zu widerstehen sowie die eigene Trading-Strategie beizubehalten.

Zusammenfassung

Der soziale Druck ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Tradingpsychologie geht. Die Kunst besteht darin, sich diesen Stresssituationen so gut wie möglich zu widersetzen und seine eigenen Trading-Strategien und das Risikomanagement durchzusetzen.

Wer das Trading lernen will, sollte sich dem sozialen Druck entgegenstellen und seinen eigenen Weg nicht leichtfertig verlassen.

Olga Artyushina

Versierte Autorin und Redakteurin mit über 8 Jahren Erfahrung in der Erstellung und Lokalisierung von Inhalten für Unternehmen im IT- und Finanzdienstleistungssektor. Bevor sie ihre berufliche Laufbahn begann, studierte Olga Internationale Wirtschaftskommunikation an der Internationalen Hochschule SDI München. Ihre Leidenschaft für die Informationstechnologie brachte sie schließlich in diesen Bereich. Aktuell verfasst, übersetzt und lektoriert Olga verschiedene Textmaterialien zum Thema Blockchain und Kryptowährung.