ChatGPT startet GPT Store: OpenAIs Antwort auf App Store?

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Vergangene Woche hat OpenAI den mit Spannung erwarteten Start des GPT Store angekündigt, mit dem man benutzerdefinierte Chatbot-Apps erstellen und teilen kann. Ist dies ein Wendepunkt für die Branche?

Am 10. Januar gab OpenAI den lang erwarteten Start des GPT Store bekannt.

Der Shop soll die Erstellung und Verbreitung maßgeschneiderter Chatbot-Apps mit GPT-4 und DALL-E 3 ohne Programmierkenntnisse ermöglichen.

Im Store werden eine Reihe von GPTs angeboten, die von OpenAI-Partnern und Nutzern entwickelt wurden.

Außerdem können User über die Community-Rangliste für beliebte und angesagte GPTs abstimmen.

GPT Store ist nur für die Nutzer von ChatGPT Plus, ChatGPT Enterprise und ChatGPT Team verfügbar.

Team-User können auf einen privaten Bereich des GPT Store zugreifen, in dem die in ihren Arbeitsräumen veröffentlichten GPTs angezeigt werden.

Aktuell darf man noch keine eigenen GPTs verkaufen, da die Umsatzbeteiligung erst noch freigegeben werden muss.

OpenAI sagte dazu:

Im ersten Quartal werden wir ein Einnahmenprogramm für GPT-Builder starten. Zunächst werden die US-Builder auf der Grundlage der Nutzeraktivität mit ihren GPTs bezahlt. Wir werden Details zu den Kriterien für die Zahlungen bekannt geben, sobald wir näher dran sind.

Hub für Chatbots: die Antwort von OpenAI auf App Store? 

So wie es bisher aussieht, hat GPT Store das Potenzial, die Antwort von OpenAI auf App Store von Apple zu werden. Ein Jahr nach dem Erscheinen von iPhone lancierte Apple den App Store im Jahr 2008 mit nur 500 Apps.

Dies war ein entscheidender Moment für das Unternehmen. Es entstand ein diversifizierter Marktplatz, auf dem Entwickler die Möglichkeit hatten, einzigartige Apps und digitale Erlebnisse an Kunden direkt über deren persönliche Geräte zu verkaufen.

Seitdem bleibt App Store ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal für das iPhone als Gerät und hat maßgeblich zu seinem frühen Aufschwung beigetragen.

So wurde das iPhone im Jahr 2007 1,39 Millionen Mal verkauft. Nach der Einführung des App Store im Jahr 2008 stieg diese Zahl auf 11,63 Millionen Geräte.

Angesichts der Tatsache, dass User seit der Veröffentlichung von GPTs im November 2023 bereits drei Millionen benutzerdefinierte Versionen von ChatGPT erstellt haben, könnte GPT Store den Zugang zu generativen KI-Tools für Endnutzer erheblich erleichtern.

Zu den von OpenAI vorgestellten GPTs gehören beispielsweise AllTrail, ein Tool zum Auffinden von Wanderwegen, sowie Consensus, mit dem sich die Ergebnisse von über 200 Millionen wissenschaftlichen Arbeiten durchsuchen lassen.

Außerdem gibt es Canva, das zur Gestaltung von Präsentationen und Social Posts konzipiertes Tool, und KI-Tutor CK-12 Flexi, das zum Lernen von Mathematik und Naturwissenschaften verwendet werden kann.

Diese eigenartige Mischung aus Möglichkeiten macht deutlich, wie gut GPT Store als Drehscheibe für eine breite Palette von benutzerdefinierten Chatbots geeignet ist, die fast jeden Anwendungsfall abdecken können. 

Ryan McCain, Leiter von Norzer, einer Agentur für lokale und E-Commerce-SEO, hat in den letzten Monaten kundenspezifische GPTs entwickelt.

Er erklärte:

Ich habe bisher zwei maßgeschneiderte GTPs erstellt. Eines, das einen Content-Entwurf erstellt und dann den Inhalt auf Wunsch generiert, und ein anderes, das Recherchen über die Wettbewerber eines Marktsegments durchführt.

Community-GPTs sind leistungsstark, weil sie jetzt für ein paar Cent das tun können, was früher Hunderte und Tausende von Dollar gekostet hat Aufgaben, die vorher Stunden dauerten, können jetzt nur noch ein paar Minuten oder sogar Sekunden in Anspruch nehmen. 

Das ist eine großartige Nachricht für die SEO-/Digitalmarketing-Branche, insbesondere für jene mit knappen Budgets.

Denjenigen, die ihre eigenen Ideen verwirklichen wollen, riet er:

Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Benutzerdefinierte GPTs sind super einfach zu erstellen und erfordern keinerlei Programmierung. Alles, was man braucht, ist ein langer Prompt für eine bestimmte Aufgabe, z. B. Ich möchte einen detaillierten, SEO-optimierten Inhaltsentwurf/Framework für eine Serviceseite (keine Website) erstellen, um ein lokales Unternehmen beim Verkauf seines Produkts/seiner Dienstleistung für ein beliebiges Keyword zu unterstützen.

Ein Tipp für andere Builder: Wenn Sie das Programm mit dem rohen Prompt füttern, wird es diesen in seine eigenen Worte umwandeln aber je mehr Sie ihn bearbeiten, desto falscher kann er werden.

Wenn man also den ursprünglichen Prompt bearbeitet, sollte man in einer neuen benutzerdefinierten GPT-Instanz beginnen, anstatt ihn neu zu editieren für ein besseres Ergebnis sollte man den Prompt jedes Mal neu hochladen.

Hindernisse auf dem Weg nach vorn

Auch wenn GPT Store vielversprechend aussieht, gibt es ein paar Einschränkungen, die seine Entwicklung behindern könnten.

Die erste ist die Entscheidung von OpenAI, den Shop nur für zahlende ChatGPT-Nutzer zugänglich zu machen. 

Allein diese Maßnahme reduziert den Kreis potenzieller User, die diese GPTs als Teil ihres täglichen Lebens und ihrer Arbeitsabläufe nutzen werden.

Ebenso bedeutet das Fehlen einer Umsatzbeteiligung bei der Markteinführung, dass es vorerst keinen direkten finanziellen Anreiz für Entwickler gibt, Zeit in die Erstellung benutzerdefinierter GPTs zu investieren. 

Gleichzeitig wirft der Mangel an Klarheit über die Optionen der künftigen Erlösbeteiligung die Frage auf, ob sich die Erstellung maßgeschneiderter GPTs auch später lohnen wird.

Fazit

Je zugänglicher diese Technologie ist, desto mehr Wachstumschancen hat sie.

GPT Store kann eine zentrale Anlaufstelle für Verbraucher und Unternehmen werden, die aus einer Vielzahl von generativen KI-Tools auswählen können.

Sollte sich GPT Store zu einem florierenden Marktplatz entwickeln, werden zahlende ChatGPT-Nutzer Zugang zu einer größeren Auswahl an KI-gesteuerten Lösungen haben als je zuvor.

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Tim Keary
Tech Experte
Tim Keary
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Seit Januar 2017 arbeitet Tim Keary als freiberuflicher Technologie-Autor und Reporter für Unternehmenstechnologie und Cybersicherheit.