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Dead Cat Bounce

Was bedeutet „Dead Cat Bounce“?

Der Ausdruck „Dead Cat Bounce“ (dt. Hüpfer einer toten Katze) bezeichnet in der Finanzwelt eine vorübergehende und oft irreführende Erholung des Preises eines fallenden Vermögenswerts, z. B. einer Aktie, einer Kryptowährung oder eines Rohstoffs, im Rahmen eines breiteren Abwärtstrends.

Der Begriff entstammt der englischen Metapher „Even a dead cat will bounce if it is dropped from high enough!“

Dies bedeutet, dass ein kurzzeitiger Aufschwung auch in Situationen auftreten könnte, in denen keine echte Erholung bevorsteht.

Die Umschreibung wurde Mitte der 1980er Jahre im Finanzlexikon bekannt.

Die erste dokumentierte Verwendung des Ausdrucks wird Journalisten der Financial Times zugeschrieben, die über die Erholung der Märkte in Singapur und Malaysia während einer Rezession berichteten.

Seitdem hat er sich zu einer weithin anerkannten Metapher für vorübergehende Erholungen nach erheblichen Kurseinbrüchen entwickelt.

„Dead Cat Bounce“ einfach erklärt

Das Phänomen „Dead Cat Bounce“ tritt in der Regel auf, wenn ein Vermögenswert über einen bestimmten Zeitraum hinweg stark an Wert verliert, was einige Anleger dazu veranlasst, den niedrigeren Preis als attraktive Kaufgelegenheit wahrzunehmen.

Infolgedessen steigt die Nachfrage nach dem Asset kurzfristig an, sodass sein Preis vorübergehend nach oben klettert.

Diese Aufwärtsbewegung ist jedoch meist nur von kurzer Dauer und signalisiert keine nachhaltige Umkehrung des zugrunde liegenden Abwärtstrends.

Einen „Dead Cat Bounce“ zu erkennen, kann schwierig sein, da er oft inmitten erhöhter Marktvolatilität und Unsicherheit auftritt.

Trader und Anleger können den vorübergehenden Kursanstieg mit einer echten Erholung verwechseln, was sie zu falschen Kaufentscheidungen verleitet.

Diese Fehlinterpretation wird häufig durch kognitive Voreingenommenheit genährt, wie durch sogenannte Verankerung, Bestätigungsfehler und übermäßiges Vertrauen.

Zu einer Verankerung kommt es z. B., wenn sich Anleger zu sehr auf einen festen Bezugspunkt verlassen, wie einen früheren Höchst- oder Tiefstkurs, anstatt ihre Erwartungen auf der Grundlage neuer Informationen anzupassen.

Ein Bestätigungsfehler wiederum ist die Tendenz, neue Informationen so zu interpretieren, dass bereits bestehende Überzeugungen oder Hypothesen bestätigt werden, während widersprüchliche Beweise außer Acht bleiben.

Übermäßiges Vertrauen hingegen rührt daher, dass die Anleger ihre Fähigkeit, Marktbewegungen vorherzusagen, überschätzen und die damit verbundenen Risiken nicht ernst nehmen.
Verschiedene Umstände tragen zudem zu einem „Dead Cat Bounce“ bei.

Technische Faktoren, wie z. B. die Deckung von Short-Positionen und Überverkäufe, können vorübergehende Kurserholungen auslösen.

Darüber hinaus können positive Nachrichten oder Stimmungsumschwünge am Markt das Vertrauen der Anleger kurzzeitig stärken und die Nachfrage nach dem betreffenden Vermögenswert erhöhen.

Allerdings ändern diese Bedingungen nichts an den zugrunde liegenden Schwächen oder negativen Fundamentaldaten, die den Rückgang des Vermögenswerts verursachen.

Somit stellt der „Dead Cat Bounce“ also nur eine trügerische und kurzzeitige Erholung des Preises eines fallenden Vermögenswerts innerhalb eines breiteren Abwärtstrends dar.

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Margaret Rouse
Redaktion

Margaret Rouse ist eine preisgekrönte technische Autorin und Dozentin. Sie ist für ihre Fähigkeit bekannt, komplexe technische Themen simpel und nachvollziehbar zu erklären. In den letzten zwanzig Jahren sind ihre Erklärungen auf TechTarget-Websites erschienen und sie wurde in Artikeln der New York Times, des Time Magazine, USA Today, ZDNet, PC Magazine und Discovery Magazine als Quelle und Expertin zitiert. Wenn Sie einen Vorschlag für eine neue Definition haben oder eine technische Erklärung verbessern möchten, schicken Sie einfach Margaret eine E-Mail oder kontaktieren Sie sie auf LinkedIn oder Twitter.