Shitcoin

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Was ist Shitcoin?

Der Begriff „Shitcoin“ bezeichnet Kryptowährungen, denen es an echtem Nutzen, Wert und Glaubwürdigkeit fehlt.

Diese digitalen Coins werden mit wenig oder gar keinen innovativen Absichten geschaffen, oft zum schnellen Geldverdienen.

Darüber hinaus kann der Begriff Shitcoin auch abwertend für Altcoins verwendet werden – Kryptowährungen, die nach der Popularität von Bitcoin entstanden sind.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesen Kryptowährungen um digitale Assets ohne inhärenten Wert oder Nutzen.

Sie haben in der Regel eine begrenzte Liquidität, was sie sehr anfällig für wilde Preisschwankungen macht, die oft durch Marktmanipulation und Spekulation angeheizt werden.

Shitcoins zeichnen sich durch überzogene Marketingaussagen, fehlende klare Anwendungsfälle und Teams aus anonymen oder unerfahrenen Entwicklern aus.

Zum Thema: Beste Shitcoins kaufen 2024 – die neuesten Shitcoin Projekte

Hauptmerkmale von Shitcoins

Shitcoins haben einzigartige Merkmale, die man leicht erkennen kann. Ihr Preis wird oft aufgebläht.

Der schnelle Anstieg kommt kurz vor einem plötzlichen Kursverfall und lässt die Anleger mit wertlosen Coins zurück.

Nachfolgend sind einige Hauptmerkmale von Shitcoins aufgeführt:

  • Erstellung: Shitcoins werden oft in aller Eile und mit minimalem Aufwand geschaffen. Ein Schöpfer mit grundlegenden Programmierkenntnissen kann zum Beispiel eine bestehende Blockchain abspalten, ein paar Parameter ändern und seinen Coin starten. Alternativ kann er auch eine neue Blockchain von Grund auf neu entwickeln, aber der Mangel an Innovation ist ein gemeinsamer Nenner.
  • Marketing-Hype: Shitcoin-Schöpfer setzen häufig aggressive Marketingtaktiken zur Gewinnung von Investoren ein. Sie beschäftigen Influencer, die kühne Behauptungen über revolutionäre Technologien, hohe Renditen oder einzigartige Merkmale aufstellen, die oft unwahr sind. Dadurch wird ein Hype um den Coin erzeugt und sein Wert in die Höhe getrieben.
  • Pump-and-Dump-Schema: Eine der häufigsten Taktiken, die Entwickler und Promoter von Shitcoins anwenden, ist Pump-and-Dump. Bei dieser Masche treiben sie den Preis des Coins künstlich in die Höhe, indem sie falsche oder irreführende Informationen zur Anlockung ahnungsloser Anleger verbreiten. Sobald der Kurs ein bestimmtes Niveau erreicht hat, „stoßen“ sie ihre Bestände ab, wodurch der Preis einbricht und andere Anleger erhebliche Verluste erleiden.
  • Fehlender Nutzen: Shitcoins haben in der Regel keinen echten Anwendungsfall oder Nutzen. Sie bieten keine Technologie, kein Produkt und keine Dienstleistung an, die ein reales Problem löst oder bestehende Systeme verbessert. Ihr Hauptzweck ist es, Gewinne für ihre Schöpfer und frühen Investoren zu erzielen.
  • Kurzer Lebenszyklus: Shitcoins haben oft eine kurze Lebensspanne. Nach dem anfänglichen Hype und einem schnellen Gewinn für Insider geraten sie in Vergessenheit, sobald die Anleger die fehlende Grundlage erkennen. Langfristig überleben diese Coins nur selten.
  • Sicherheitsrisiken: Shitcoins können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Ihr Code kann Schwachstellen oder Backdoors enthalten, die von Hackern ausgenutzt werden können.

Beispiele für Shitcoins

Im Folgenden werden einige berüchtigte Beispiele für Kryptowährungen mit geringem oder gar keinem Wert vorgestellt.

  • BitConnect (BCC): Die BitConnect-Plattform ist ein klassisches Beispiel für ein Ponzi-Schema, das Investoren mit dem Versprechen außergewöhnlicher Renditen durch ein Kreditprogramm lockte. Im Jahr 2018 kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch, der zu erheblichen finanziellen Verlusten für die Anleger führte.
  • Dogecoin (DOGE): Der Ende 2013 ursprünglich als Scherz geschaffene Dogecoin gewann durch virale Memes an Popularität. Da er jedoch keinen konkreten Verwendungszweck hat, ist er Gegenstand zahlreicher Spekulationen.
  • Useless Ethereum Token (UET): Wie der Name schon sagt, wurde UET 2017 als Experiment ins Leben gerufen, um herauszufinden, ob Menschen in einen Coin ohne inhärenten Zweck investieren würden. Überraschenderweise taten dies einige und warfen ein Licht auf die spekulative Natur des Kryptomarktes.
  • OneCoin: Es handelt sich um ein betrügerisches Finanzsystem, das auf Kryptowährungen basiert und von OneCoin Ltd. und OneLife Network Ltd. geleitet wird. Diese Unternehmen wurden von Ruja Ignatova gegründet, einer bulgarischen Staatsbürgerin, die 2017 verschwand, nachdem sie durch den Betrug unglaubliche 4 $ Milliarden angehäuft hatte.
  • Pepe Coin (PEPE): Dies ist ein Beispiel für die wilden Kursschwankungen dieses beliebten Meme-Coins:

1). Bei seinem Debüt im April 2023 legte er einen bemerkenswerten Höhenflug hin und stieg innerhalb von nur zwei Wochen von 0,00000002764 $ auf ein Allzeithoch von 0,000004345 $.
2). Dies führte zu einer beeindruckenden Kapitalrendite (ROI) von 563 % für die frühen Investoren.
3). Auf den kurzen Anstieg folgte jedoch ein plötzlicher Rückgang, der den Preis auf 0,0000006232 $ abstürzen ließ.

Vor- und Nachteile der Investition in Shitcoins

Auch wenn einige Anleger der Verlockung des schnellen Reichtums erliegen, ist es wichtig, sowohl die potenziellen Vorteile als auch die Nachteile zu bedenken, bevor man in Shitcoins investiert.

Vorteile

  • Hohe Volatilität: Shitcoins sind anfällig für dramatische Preisschwankungen und bieten ein erhebliches Gewinnpotenzial in kurzer Zeit für diejenigen, die zum richtigen Zeitpunkt investieren.
  • Niedrige Einstiegskosten: Shitcoins sind häufig sehr günstig, sodass sie auch für Anfänger mit einem bescheidenen Budget zugänglich sind. Zudem können Anleger eine beträchtliche Anzahl von Shitcoins anhäufen, wodurch es möglich ist, Tausende dieser Token zu einem Bruchteil der Kosten im Vergleich zu BTC zu erwerben. Der Vorverkaufspreis des Shiba Inu (SHIB) lag beispielsweise bei seinem Start am 28. November 2020 bei 0,000000000056 $.
  • Diversifizierung: Durch die Aufnahme von Shitcoins in das Portfolio kann man seine Kryptobestände diversifizieren, was zur Risikominderung bei Marktschwankungen beitragen kann. Dies gilt jedoch vor allem für Anleger mit begrenztem Budget. Mit nur 100 $ kann man Tausende von neuen Shitcoins für sein Portfolio kaufen. Aufgrund ihrer extremen Volatilität kann eine kleine Preisveränderung zu explosiven Gewinnen führen.

Nachteile

  • Hohes Risiko: Shitcoins sind weithin für ihr hohes Risiko bekannt. Vielen von ihnen fehlt der reale Nutzen, was ihre Preise anfällig für Manipulationen, Abzocke und Pump-and-Dump-Betrug macht.
  • Intransparenz: Shitcoin-Projekte sind oft in Geheimnisse gehüllt, was es für Investoren schwierig macht, eine angemessene Due-Diligence-Prüfung durchzuführen. Ohne Transparenz stellt die Bewertung der Legitimität und des langfristigen Potenzials des Coins eine Herausforderung dar.
  • Sicherheitsrisiken: Shitcoins werden oft durch Sicherheitslücken und Angriffe gefährdet. Die meisten dieser Projekte basieren auf ungeprüften Codes in Kombination mit der Anonymität ihrer Schöpfer, was sie anfällig für Sicherheitsverletzungen macht. Für Anleger gilt es, sich vor einer Investition in eine Kryptowährung gründlich zu informieren und diese zu bewerten, um mögliche Fallstricke im Zusammenhang mit Shitcoins zu vermeiden.
  • Begrenzte Liquidität: Viele Shitcoins haben ein geringes Handelsvolumen, was den Kauf oder Verkauf großer Mengen ohne negative Auswirkungen auf den Preis erschwert.

Shitcoins vs. Meme-Coins

Shitcoins und Meme-Coins werden aufgrund ihres mangelnden Nutzens oft verwechselt.
Es gibt jedoch feine Unterschiede in ihrem Zweck.

Meme-Coins

  • Wie der Name schon sagt, werden Kryptowährungen in erster Linie als Unterhaltung und Parodie konzipiert.
  • Sie machen sich Internet-Trends, Witze oder virale Phänomene zunutze und verwenden einprägsame Namen und Logos, die von der Internetkultur inspiriert sind.
  • Dogecoin (DOGE) begann als Meme, erlangte aber große Aufmerksamkeit und bildete eine engagierte Community. Im Laufe der Zeit hat er als anerkanntes Zahlungsmittel in bestimmten Sektoren an Bedeutung gewonnen.

Shitcoins

  • Sie werden hingegen zur Erzielung eines schnellen Gewinns für ihre Schöpfer und frühen Investoren geschaffen.
  • Häufig werden großartige Versprechungen gemacht, aber keine greifbaren Technologien oder Lösungen geliefert.

Fazit

Im Bereich der Kryptowährungen ist das Wissen darüber, was ein Shitcoin ist und wie er funktioniert, entscheidend.

Während legitime digitale Währungen Innovation und realen Nutzen gebracht haben, bleiben Shitcoins eine dunkle Schattenseite, die den Ruf der Branche zu trüben droht.

Für Anleger gilt es, vor der Investition in eine Kryptowährung die gebotene Sorgfalt walten zu lassen und umfassende Recherchen durchzuführen.

Die Kryptowelt birgt vielversprechende Möglichkeiten, aber auch Betrug und dubiose Projekte, wie zum Beispiel Shitcoins.

Verwandte Begriffe

Jimmy Aki
Krypto & Blockchain Redakteur
Jimmy Aki
Krypto & Blockchain Redakteur

Der Absolvent der University of Virginia, der jetzt in Großbritannien lebt, verfolgt die Entwicklung der Blockchain seit mehreren Jahren und ist optimistisch, dass sie das Finanzsystem demokratisieren kann. Jimmys frühere Veröffentlichungen finden sich auf BeInCrypto, Bitcoin Magazine, Decrypt, EconomyWatch, Forkast.news, Investing.com, Learnbonds.com, MoneyCheck.com, Buyshares.co.uk und einer Reihe anderer führender Medien. Jimmy investiert seit 2018 selbst in Bitcoin und seit ihrem Boom im Jahr 2021 in nicht-fungible Token (NFTs) und verfügt über Expertise in den Bereichen Handel, Krypto-Mining und persönliche Finanzen. Neben dem Schreiben für Techopedia ist Jimmy auch ein ausgebildeter Wirtschaftswissenschaftler, Buchhalter und Blockchain-Ausbilder mit praktischer Berufserfahrung im Finanzsektor, die…