Wie man auf fallende Kurse setzt – Anleitung & Tipps

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Ist auf fallende Kurse setzen risikoreich oder doch die Chance auf hohen Gewinn? Wir befassen uns in diesem Artikel mit allen Informationen rund um das Setzen auf fallende Kurse. Ob Aktien, Kryptowährungen oder anderweitige Assets – die Hergehensweise ist ungefähr die gleiche.

Was versteht man unter dem Setzen auf fallende Kurse?

Unter dem Setzen auf fallende Kurse versteht man Leerverkäufe oder auch das „Shorten“, mit denen Aktien oder andere Vermögenswerte verkauft werden, obwohl Sie diese gar nicht besitzen.

Dabei wird der Leerverkauf etwa durch einen Broker finanziert, der die verkauften Vermögenswerte finanziert. Somit können Sie diese bereits verkaufen, ohne sie im Portfolio zu besitzen.

Was bedeutet auf Fallende Kurse zu setzen

Zu einem beliebigen Zeitpunkt können Sie die offene Short-Position schließen, wodurch Sie letztlich einen Kauf entsprechend der Menge der Position auslösen. Die gekauften Werte gehen dann an den Broker zurück, der den Verkauf zuvor vorfinanziert hat. Als Anleger profitieren Sie letztlich von der negativen Preisdifferenz zwischen dem Leerverkauf und dem Schließen der Position.

Sie verkaufen also einen Wert, wobei Sie die Absicht haben, diesen zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückzukaufen. Daher kommt auch der Begriff „Leerverkauf“, da Sie sozusagen einen „leeren“ Verkauf tätigen, ohne den verkauften Wert selbst zu besitzen.

Beispiel eines Leerverkaufs

Als Beispiel für einen Leerverkauf können wir zur vereinfachten Darstellung das folgende Szenario in einzelnen Schritten betrachten:

  1. Ein Anleger geht im Dezember 2023 davon aus, dass die Apple-Aktie mit einem Preis von etwa 200 $ bald einen Kursverlust erleidet und möchte auf einen fallenden Kurs setzen.
  2. Dafür geht der Anleger bei seinem Broker einen Leerverkauf ein und leiht sich 100
  3. des Unternehmens, die sofort zum Marktpreis für einen Gesamtwert von 20.000 $ verkauft werden.
  4. Im Januar 2024 sinkt der Preis der Apple-Aktie auf 180 $, wodurch ein Kursverlust von 20 $ pro Aktie besteht.
  5. Der Anleger kauft die zuvor geliehenen 100 Aktien am freien Markt zu einem Gesamtpreis von 18.000 $ zurück, wobei diese anschließend automatisch an den Broker zurückgegeben werden, um die Finanzierung zu beenden.
  6. Dadurch konnte der Anleger insgesamt 2.000 $ Gewinn erzielen (20.000 $ – 18.000 $ = 2.000 $), ohne Berücksichtigung der Gebühren des Brokers für den Leerverkauf.

Risiken von Leerverkäufen

Risiken von LeerverkäufenMit Leerverkäufen sind auch einige Risiken verbunden, denn sollte der Kurs nach der Positionseröffnung steigen, kann ebenso ein Verlust erzielt werden. Dieses Risiko kann sogar zum Totalverlust führen, wenn keine gründlichen Maßnahmen für das Risikomanagement getroffen werden.

Deshalb sollten Sie bei Leerverkäufen unbedingt die verfügbare Margin für die Position der Risikotoleranz anpassen oder entsprechende Stop-Losses und Take-Profits platzieren. Dadurch stellen Sie sicher, dass eine Position automatisch geschlossen wird, sobald ein vorab bestimmter Gewinn oder Verlust erreicht wird.

Die meisten Broker begrenzen das Verlustrisiko, indem der verfügbare Betrag auf dem Broker Konto als hinterlegte Margin genutzt wird. Allerdings ist das Verlustrisiko zumindest in der Theorie grenzenlos, da Sie sich verpflichten, den leerverkauften Wert zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Falls der Kurs nach der Positionseröffnung grenzenlos steigt, kann der erlittene Verlust demnach auch das ursprüngliche Kapital der Finanzierung weit übersteigen.

Aufgrund der Komplexität von Leerverkäufen sollten Sie sich zunächst gründlich mit der Thematik auseinandersetzen, um keine unerwarteten Risiken einzugehen.

Warum sollten Sie auf fallende Kurse setzen?

Der Hauptgrund der meisten Anleger für das Setzen auf fallende Kurse besteht darin, von einem fallenden Markt zu profitieren. Besonders in Zeiten einer restriktiven Geldpolitik und geopolitischen Unruhen können Märkte volatil auf Neuigkeiten reagieren, da Anleger allgemein angespannter sind.

Allerdings können Leerverkäufe ebenso zur Absicherung von bestehenden Long-Positionen verwendet werden. Falls der Kurs des Wertes sinkt, profitieren Sie dank eines Leerverkaufs somit von dem fallenden Preis, während die Long-Position einen Wertverlust erleidet. Dadurch gleichen sich Gewinn und Verlust aus, wodurch dieses sogenannte Hedging hervorragend für volatile Zeiten geeignet ist, wenn Sie sich nicht sicher sind, wohin sich der Markt entwickelt.

Deshalb sind Leerverkäufe ein wichtiger Bestandteil dynamischer Anlagestrategien, die über das einfache Kaufen und Verkaufen hinausgehen.

Wie setzen Sie auf fallende Kurse?

Der Leerverkauf mit echten Aktien ist zwar möglich, kann jedoch einige Hürden mit sich bringen. So kann etwa die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vorübergehend Leerverkäufe einschränken oder für bestimmte Aktien verbieten.

Deshalb greifen viele Anleger auf CFDs (Contracts for Difference) zurück, um Leerverkäufe zu tätigen. Diese können mit zahlreichen Brokern weitaus leichter abgeschlossen werden und beinhalten keinen Kauf oder Verkauf des echten zugrundeliegenden Vermögenswertes. Stattdessen wird mit einem CFD ausschließlich auf die Preisentwicklung gesetzt.

Wie setzen Sie auf fallende Kurse

Dabei wird ein Vertrag zwischen dem Anleger und dem Broker abgeschlossen, wobei letztlich die entstandene Preisdifferenz gezahlt werden muss. Ein großer Vorteil von CFDs ist die einfache Zugänglichkeit mit Hebelwirkung. Dadurch können Sie Hebel auf Leerverkäufe von Vermögenswerten wie Aktien, Rohstoffe, Kryptowährungen und Devisen verwenden.

Obwohl somit weniger Kapital für das gewünschte Exposure erforderlich ist, steigt durch die Verwendung eines Hebels das Risiko. Umso wichtiger sind bei der Nutzung der Hebelwirkung verfügbare Tools für das Risikomanagement, wie Stop-Losses und Take-Profits.

Mit den folgenden Schritten können Sie bei einem CFD-Broker auf fallende Kurse setzen:

  1. Schritt 1: Konto bei CFD-Broker registrieren

    Registrieren Sie ein neues Konto bei einem CFD-Broker oder melden Sie sich mit Ihrem bestehenden Konto an.
  2. Schritt 2: Gewünschten Vermögenswert suchen

    Suchen nach dem gewünschten Vermögenswert über die Handelsplattform des Brokers und wählen Sie diesen aus.
  3. Schritt 3: Eröffnen Sie Short-Position

    Geben Sie nun in der Option „Verkaufen“ die gewünschte Menge des Vermögenswertes für den Leerverkauf ein und eröffnen Sie die Short-Position.

Wann kann es sich lohnen, auf fallende Kurse zu setzen?

Es kann sich lohnen auf fallende Kurse zu setzen, wenn Sie bestehende Long-Positionen absichern möchten, oder davon ausgehen, dass der Preis eines Vermögenswertes fallen wird. Wenn auf fallende Kurse setzen, sollten Sie immer auch die Gebühren des Brokers berücksichtigen und in Ihre Kursziele einfließen lassen.

Die folgenden Indikatoren können auf fallende Kurse hindeuten und einen Leerverkauf lohnenswert machen:

  • Unsichere Marktstimmung: Wenn der Markt unsicher und zurückhaltend ist, können Werte sensibel auf Volatilität reagieren, wodurch attraktive Situationen für Leerverkäufe geschaffen werden.
  • Technische Analyse: Die technische Analyse kann darauf hindeuten, wenn ein Vermögenswert auf einen hartnäckigen Widerstand trifft oder bestimmte Chartmuster auf eine bevorstehende Korrektur hinweisen.
  • Überbewertete Vermögenswerte: Besonders nach großen Kursanstiegen können Märkte überhitzen, was oftmals einen großen Kurseinbruch zur Folge haben kann.
  • Negative Aussichten: Sowohl für die allgemeine Wirtschaft als auch für individuelle Unternehmen können negative Aussichten ein Indikator für fallende Kurse sein, die mit den Schwierigkeiten der Zukunft verbunden sind.
  • Politische Eingriffe: Politische Eingriffe in die Wirtschaft durch neue oder geänderte Regulierungen kann dazu führen, dass Unternehmen schlechtere Zukunftsaussichten haben, worauf der Markt mit einem Abverkauf reagieren könnte.

FAQ

Wie kann man auf fallende Kurse setzen?

Welche Risiken existieren beim Setzen auf fallende Kurse?

Kann man mit CFDs auf fallende Kurse setzen?

Dennis Kussel
Redaktion
Dennis Kussel
Redaktion

Dennis Kussel ist ein sehr erfahrener Autor in den Bereichen Krypto, Technik und Gaming. Durch Gründung eines eigenen Start Ups im Bereich der Software Automatisierung konnte er einige wichtige Kontakte in die Tech Welt knüpfen. Getrieben von dem Ziel, niemals zu lange in der Komfortzone zu bleiben, setzt er sich immer wieder mit neuen Themengebieten auseinander. Ob komplexe Bereiche oder die neuesten Trends in Bezug auf KI, Data und Co – er ist bekannt dafür, alles nachvollziehbar und so eindeutig wie möglich zu vermitteln.