Lucid baut im Vorfeld des Gravity-SUV-Debüts weitere 400 Stellen ab

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Lucid Motors führt eine weitere Entlassungsrunde durch und streicht etwa 400 Stellen, da das Unternehmen sich auf die Auslieferung seines elektrischen Geländewagens Gravity vorbereitet.

In einem SEC-Antrag erklärte Lucid, dass die Entlassungen dazu beitragen würden, „sich entwickelnde Geschäftsanforderungen und Produktivitätsverbesserungen“ zu erfüllen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Umstrukturierung bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein wird.

In einer E-Mail, die TechCrunch vorliegt, bringt Firmenchef Peter Rawlinson den Personalabbau mit der Veröffentlichung des Gravity im Laufe des Jahres in Verbindung. Während die Kundenbasis von Lucid „dramatisch erweitert“ werden soll, verdient das Unternehmen noch kein Geld – der Stellenabbau soll die Kosten in Schach halten, während sich die Marke auf die Zukunft vorbereitet.

Rawlinson fügte hinzu, dass von den Entlassungen sowohl die Vertragsangestellten als auch die Vollzeitbeschäftigten von Lucid betroffen seien, einschließlich des Managements. Er betonte jedoch, dass die stundenweise Beschäftigten in den Fabriken und in der Logistik ihren Arbeitsplatz nicht verlieren werden.

Lucid ist bisher ausschließlich von den Verkäufen seiner Luxuslimousine Air abhängig. Die Auslieferungen sind zwar gestiegen, aber das Unternehmen sieht sich einem harten Wettbewerb ausgesetzt, zu dem unter anderem das Model S von Tesla und Premiummodelle von Mercedes und Porsche gehören. Der Autohersteller hat sich stark auf seinen Mehrheitsaktionär, den Public Investment Fund von Saudi-Arabien, gestützt, um Unterstützung zu erhalten.

Das Unternehmen baute im März 2023 rund 1.300 Stellen ab, ebenfalls im Hinblick auf eine Umstrukturierung.

Der Gravity ist ein dreireihiger SUV der gehobenen Klasse, der mehr Leistung verspricht, als man derzeit in dem zunehmend überfüllten Segment bekommt. Lucid rechnet mit einer Reichweite von bis zu 440 Meilen, über 800 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als 3,5 Sekunden. Die Preise sollen bei 69.900 Dollar beginnen.

Der Gravity ist zwar immer noch teuer, dürfte aber für den nordamerikanischen Markt, in dem SUVs dominieren, wesentlich attraktiver sein als der Air.

Der Markt für Elektroautos war in den letzten Monaten hart umkämpft, und selbst Tesla musste Absatzeinbußen hinnehmen. Während der Markt immer noch wächst, haben etablierte Marken wie Ford und GM ihre Aufmerksamkeit auf Hybride gerichtet.

Kleinere Hersteller haben es dagegen schwerer. Fisker steht am Rande des Konkurses, während selbst leistungsstärkere Unternehmen wie Polestar und Rivian vor Verlusten und Entlassungen nicht gefeit sind. Der Schritt von Lucid zeigt, dass sich das Unternehmen in einer ähnlich schwierigen Lage befindet.

Jon Fingas
Tech News Editor
Jon Fingas
Tech News Editor

Jon ist ein erfahrener Technologiejournalist. Bevor er als Senior Tech Editor zu Techopedia kam, hat er für große Publikationen wie Engadget, Electronista und Android Authority geschrieben. Sein Fachwissen reicht von den wichtigsten Themen wie Computer und Mobilfunk bis hin zu neuen Technologien wie KI, Elektrofahrzeuge und Mixed Reality.