Sind browserbasierte Passwort-Manager sicher oder gefährlich?

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

Wenn es um die Verwaltung von Passwörtern geht, kann man (neben einem guten Gedächtnis oder Papier und Stift) auch browserbasierte Passwort-Manager verwenden. Diese haben jedoch einige potenzielle Fallstricke, über die man sich im Klaren sein sollte.

Die Online-Sicherheit kann ohne Passwortsicherheit nicht vollständig sein, was eine Reihe von Tools und Praktiken zum Schutz unseres virtuellen Lebens hervorgebracht hat.

Schließlich gibt es im Internet, einer riesigen vernetzten Welt, eine Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen Motiven, Berufen und Interessen. Und nicht jeder da draußen ist ein Freund.

Eine gängige Lösung, die in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, ist die Verwendung von browserbasierten Passwort-Managern zur Erstellung und Speicherung von Kennwörtern.

Browserbasierte Passwort-Manager sind in Webbrowser integrierte Tools, mit denen man Passwörter für verschiedene Websites erstellen, speichern und verwalten kann. Es gibt sie in Google Chrome, Safari, Mozilla Firefox und Microsoft Edge.

Zwar sind Kernfunktionen wie das automatische Ausfüllen von Passwörtern und der Passwortgenerator in diese browserbasierten Manager integriert, doch bergen sie auch potenzielle Risiken.

Dies gilt insbesondere im Vergleich zu eigenständigen Passwort-Managern, die nur geringfügig mit Ihrem Browser interagieren.

Ist die Verwendung dieser Art von Passwort-Managern aufgrund der Gefahren eine schlechte Idee?

5 Gründe, warum browserbasierte Passwort-Manager unsicher sind

Im Folgenden werden fünf der vielen Gründe erläutert, warum es keine gute Idee ist, die Sicherheit Ihrer digitalen Identität und sensibler Daten wie Passwörter der Verwaltung von Webbrowsern anzuvertrauen.

Außerdem werden die möglichen Alternativen zu kostenlosen webbasierten Passwort-Managern vorgestellt.

1. Abhängigkeit von der Browsersicherheit als einzelne Fehlerstelle

Die Sicherheit von browserbasierten Passwort-Managern hängt von der Sicherheit des Webbrowsers ab.

Ist der Browser in irgendeiner Form anfällig oder wird in gewisser Weise kompromittiert, könnten alle gespeicherten Kennwörter offengelegt werden, was ihn zu einem potenziellen Schwachpunkt für die Benutzer macht.

Dies ist deshalb möglich, weil alle browserbasierten Passwort-Manager innerhalb der Grenzen des Webbrowsers arbeiten, was aufgrund der Zentralisierung der Daten beim Browser ein erhebliches Risiko darstellt.

Zum besseren Verständnis: Nehmen wir an, dass bei einem beliebten Browser wie Google Chrome eine Sicherheitslücke auftritt, die die Datenbank gefährdet, in der die Nutzer ihre Passwörter speichern.

Ähnlich wie bei einem Hauptschlüssel, der alle Türen öffnet. Sollte er kompromittiert werden, sind alle Schlösser, die der Schlüssel normalerweise öffnet, gefährdet.

In diesem Fall können Dinge gestohlen oder gegen die Besitzer der unverschlossenen Räume verwendet werden.

Um dies zu verhindern, sollten die Benutzer zusätzliche Sicherheitsebenen einführen, wie z. B. eigenständige Passwort-Manager zur Vermeidung von potenziellen Schwachstellen.

2. Begrenzte Verschlüsselung

Es ist allgemein bekannt, dass Passwort-Manager nur so gut und sicher sind wie das Master-Passwort, das Ihnen Zugang zu ihnen gewährt.

Nicht alle browserbasierten Passwort-Manager verfügen über robuste Verschlüsselungsmaßnahmen, um eine hohe Sicherheit für Ihre gespeicherten Passwörter zu gewährleisten.

Auch wenn sie ein gewisses Verschlüsselungsniveau implementieren, ist dieses möglicherweise nicht so sicher wie nötig.

Das erhöht die Anfälligkeit von Passwörtern für Cyberkriminalität, was eine massive Bedrohung für Ihre Online-Sicherheit darstellt.

In einem Gespräch mit Techopedia zu diesem Thema äußerte sich Josh Amishav, der Gründer und CEO von Breachsense, wie folgt: Browserbasierte Passwort-Manager sind nicht sicher, weil die Passwörter nicht verschlüsselt sind. Eine Malware wie Infostealer greift beispielsweise alle im Browser gespeicherten Passwörter im Klartext ab und nimmt sie in ihre Protokolle auf.

Da browserbasierte Passwort-Manager in der gleichen Umgebung wie Ihr Webbrowser arbeiten, übernehmen sie außerdem alle Sicherheitsrisiken, die mit dem Browser selbst verbunden sind.

Aufgrund ihrer geringen Verschlüsselung sind die meisten browserbasierten Passwort-Manager anfällig für Phishing-Attacken, bei denen Angreifer versuchen, Benutzer zur Preisgabe sensibler Informationen, einschließlich Master-Passwörtern, zu verleiten.

Im Gegensatz zu dedizierten Passwort-Managern, die oft fortschrittliche Verschlüsselungstechniken verwenden und ein höheres Maß an Schutz bieten, können Browser bei der angebotenen Sicherheit Kompromisse eingehen.

3. Fehlende erweiterte Sicherheitsfunktionen

Ein großer Nachteil von browserbasierten Passwort-Managern sind ihre begrenzten erweiterten Funktionen.

Im Gegensatz zu dedizierten Passwort-Managern verfügen die meisten browserbasierten Lösungen nur über eingeschränkte Zusatzfunktionen wie Indikatoren für die Passwortstärke, Warnmeldungen bei schwachen oder kompromittierten Passwörtern, integrierte Zwei-Faktor-Authentifizierungsmethoden (2FA) und die Möglichkeit, komplexe Passwortrichtlinien zur Überwachung des Zustands und der Sicherheit der Passwörter durchzusetzen.

Eddy Abou-Nehme, Inhaber und Director of Operations bei RevNet in Ottawa, sagte gegenüber Techopedia, dass browserbasierte Passwort-Manager eine grundlegende Sicherheit bieten, die nicht ausreicht, um vor ausgefeilten Cyber-Bedrohungen zu schützen“.

Jeder Passwort-Manager, der keine Zwei-Faktor-Authentifizierung verwendet, kann gehackt werden, wenn das Master-Passwort offengelegt wird. Außerdem können sich Hacker Zugang verschaffen, wenn Ihr Computer mit Trojanern oder Spyware infiziert wird.

Neben Passwörtern müssen User oft auch sensible Informationen wie sichere Notizen oder Dokumente speichern.

Während browserbasierten Managern diese Funktion oft fehlt, bieten dedizierte Lösungen gesicherte Tresore für die Speicherung vertraulicher Daten.

Zu den Passwort-Managern mit diesen erweiterten Sicherheitsfunktionen gehören LastPass, 1Password, Bitwarden und Dashlane.

Zum Thema: Die besten Passwort Manager 2023 – Test & Vergleich

4. Begrenzte Freigabeoptionen

Eigenständige Passwort-Manager bieten in der Regel sicherere Freigabeoptionen, z. B. das Teilen von Passwörtern mit bestimmten Personen oder Benutzergruppen.

Sie können auch ein Ablaufdatum für freigegebene Kennwörter festlegen, so dass nach einem bestimmten Zeitraum kein Zugriff mehr auf das Passwort möglich ist.

Browserbasierte Passwort-Manager haben oft nur begrenzte Optionen für die Freigabe von Passwörtern mit bestimmten Berechtigungen und Zeitrahmen, was das sichere Teilen von Kennwörtern mit Kollegen oder Familienmitgliedern erschwert.

Wenn Sie z. B. ein Passwort an einen Mitarbeiter weitergeben müssen, können Sie ihm dieses per E-Mail oder Textnachricht schicken.

Dies ist keine sichere Methode zur Weitergabe von Kennwörtern, da sie die Sicherheit von gemeinsam genutzten Anmeldedaten in Gruppeneinstellungen gefährden kann.

Denn so kann das Passwort leicht von einer unbefugten Person abgefangen werden.

5. Eingeschränkte plattformübergreifende Funktionalitäten und Zugang

Bei der Verwendung eines webbasierten Passwort-Managers kann man nur diesen Browser plattform- und geräteübergreifend nutzen, da er browserabhängig ist.

Stellen Sie sich zur Verdeutlichung vor, dass ein Student oder ein Angestellter einen Windows-Laptop, ein iPad und ein Android-Handy verwendet.

Für die Arbeit oder in der Schule greifen sie zu Google Chrome und haben einen browserbasierten Passwort-Manager eingerichtet, der sich nahtlos in Chrome integriert.

Zu Hause nutzen sie jedoch lieber Safari auf dem iPad. Die plattformübergreifende Einschränkung wird in diesem Szenario deutlich.

Der mit Chrome betriebene Passwort-Manager ist zwar hervorragend mit Windows-Laptops kompatibel, verfügt aber möglicherweise nicht über eine passende Erweiterung oder Integration für Safari, die auf dem iPad verwendet wird.

Dies hat zur Folge, dass die Benutzer keine Synchronisierung zwischen ihren Arbeits- und Privatumgebungen vornehmen können, was den Zugriff und die Verwaltung von Passwörtern über verschiedene Geräte und Browser hinweg erschwert.

Auch hier gilt: Auch wenn Sie wahrscheinlich viele Konten online nutzen, gibt es vermutlich einige Konten, auf die Sie über Desktop- oder mobile Anwendungen zugreifen.

In solchen Situationen eignet sich ein browserbasierter Passwort-Manager möglicherweise nicht für das automatische Ausfüllen, Organisieren und Verwalten Ihrer Daten auf diesen verschiedenen Plattformen.

Die fehlende Kompatibilität zwischen den Plattformen erfordert eine konsistente Verwaltung von Passwörtern und kann zu weniger sicheren Gewohnheiten und Shortcuts führen, z. B. zur Verwendung des gleichen Passworts überall.

Fazit

Wenn es um die Online-Sicherheit geht, sollten Sie unbedingt selbst recherchieren, um die richtige Lösung für sich zu finden. Bei browserbasierten Passwort-Managern ist jedoch mehr Sorgfalt und Vorsicht geboten als bei eigenständigen PMs.

Einige Bequemlichkeitsfaktoren in browserbasierten Systemen kommen auf Kosten zusätzlicher Schwachstellen, derer Sie sich bewusst sein sollten.

Im ständigen Kampf zwischen Komfort und Sicherheit werden wir immer der Sicherheit den Vorzug geben, da sich unser persönliches Leben mehr und mehr ins Internet verlagert.

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Franklin Okeke

Franklin berichtet seit über 5 Jahren über Technik und Cybersicherheit. Seine Arbeiten sind unter anderem bei TechRepublic, The Register, TechInformed, Computing, ServerWatch und Moonlock erschienen.